Wutbürger: jetzt auch in Zittau!

Jemand in Zittau scheint wütend auf die Kunstindustrie zu sein und nutzt die Gelegenheit und Öffentlichkeit der erfolgreichen Ausstellung Robur2 dies, mit den gewaltigen Worten Richard Wagners zu verkünden. Dieses Zitat mit einer entsprechenden Erwiderung findet sich seit kurzem an den Fenstern und der Fassade des Schweizer Bazar in der Inneren Weberstraße.
Das ist OK. Wirklich! Es gibt diese Kunstindustrie. Es gibt Ausbeuter in Galerien und anmaßende Kuratoren. Es gibt Selbstausbeutung und grenzenlose Selbstinszenierung unter den Künstlern. Es gibt vollkommen abgehobene Preise für unbedeutende Kunstwerke. Und es gibt Werke die, noch nicht einmal gemalt, zu horenden Preisen verkauft werden. Aber, und jetzt kommts, wir sind hier nicht in Berlin, London oder Tokyo sondern in Zittau. Ich möchte behaupten, dass alle Künstler, die an der Ausstellung teilgenommen haben oder in der Oberlausitz tätig sind nach wie vor ihr Herzblut und ihre Kreativität in ihre Werke fließen lassen und davon, sofern freischaffend, nur mehr schlecht als recht leben können. Ebenso ergeht es den Veranstaltern, die Monate der Vorbereitung und des Schweisses in solch ein Ereignis investieren. Natürlich ist Kunst teilweise auch Unterhaltung. Das ist Absicht. Sie bereichert das Leben, sie öffnet die Sicht, sie erschließt neue Räume.